Die Geschichte der Baarle-Enklaven

Heinrich, Herzog von Brabant,
Darstellung um 1600

beginnt im 12. Jahrhundert mit Herzog Heinrich I von Brabant, welcher die gesamte Gegend, in der heute auch Baarle liegt, besaß. Dies war allerdings nicht unstrittig, da auch Dietrich der VII, Graf von Holland, das gleiche Land beanspruchte.

Unmittelbar vor Ort war Gottfried van Schoten als Landherr von Breda nun in einer Schlüsselrolle. Seine Ahnen hatten die Gegend als freien Besitz von den Vorgängern Heinrichs des Ersten erhalten, und dieser verlangte nun die vollständige Rückgabe, um seinen Anspruch gegenüber Dietrich zu untermauern. Für Gottfried zweifelsohne eine Erniedrigung, für einen Konflikt war er aber offensichtlich nicht stark genug. Nicht ganz freiwillig beugte er sich dem Druck und anerkannte im Jahr 1190 den Besitz des Herzogs Heinrich. Er ließ sich dieses Zugeständnis aber gut abgelten: er erhielt die Gegend von Breda umgehend als offizielles Lehen zurück und zusätzlich noch die Wald- und Torfreiche Gegend um Baarle. Lediglich alle (damals) bewohnten Güter behielt Herzog Heinrich für sich. Dietrich verzichtete schließlich 1203 auf Breda, die Aktion war vorerst erfolgreich.

Die Gottfried van Schoten nachfolgenden Landherren von Breda dürften in den nächsten Jahrhunderten die tüchtigeren gewesen sein, während das Herzogsgeschlecht von Heinrich dem I. an politischem Einfluss verlor. Das einstige Lehen wurde nie zurückgegeben bzw. zurückgefordert, und als aus den vormals niederen Landherren die Grafen von Nassau wurden, war es zu spät. Beim westphälischen Frieden 1648 ging das Land der Grafen von Nassau inkl. Umland von Baarle in die Baronie von Breda über, während die Besitztümer des einstigen Herzog Heinrich inkl. der im 12. Jrhdt. bewohnten Grundstücke von Baarle in die Baronie von Turnhout einverleibt wurde.

1843 wurde dieser seltsame Zustand rund um Baarle offizielle Staatsgrenze: Turnhout kam zum neugegründeten Belgien und Breda zu den Niederlanden. Auf eine völlig neue, einfache Grenze z.B. durch Gebietstausch konnte man sich dabei jedoch nicht einigen. Es blieb mangels Alternative bei den historischen Vorgaben, wobei freilich niemand mehr genau sagen konnte, wo und welche Grundstücke nun im 12. Jhdt. bewohnt waren und wie deren Grenzen exakt verlaufen waren.

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Quelle: Wiedergabe eines vom Tourismusbüro von Baarle Hertog Nassau verfassten historischen Abrisses. Im Wikipedia steht die Geschichte noch ausführlicher, aber nicht ganz deckungsgleich. Sogar heute noch ist nicht alles eindeutig rund um die Baarle-Enklaven!